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Sitte und Brauchtum



abstract: Osterhase


2008

Entgegen hartnäckigen Beharrungen bei saarländischen Kindern zur Osterzeit sind Hasen anatomisch nicht in der Lage Eier zu legen - vorallem keine gefärbten Eier! Vielmehr sind es Eltern und Großeltern, die gekaufte oder selbst bemalte Eier (und natürlich die ein oder andere weitere Überraschung) traditionell im Garten oder bei schlechtem Wetter / galoppierender Faulheit^^ im Haus verstecken. Den Kindern wird dann meist recht früh mitgeteilt, dass der Osterhase gesichtet worden ist - ja denkt denn hier keiner Mal an Pisa???^^

Apropos Osterhase. Dieser seltsame Geselle wird zum ersten Mal vom Medizinprofessor Georg Franck von Frankenau im Jahr 1682 (andere Quelllage: 1678) in seiner medizinischen Abhandlung „De ovis paschalibus – von Oster-Eiern“ erwähnt. Er schildert den Brauch für die Region des Elsass und der angrenzenden Gebiete - da kommt nun das viel später entstehende Saarland ins Spiel - und ergeht sich über die negativen gesundheitlichen Folgen, die der übermäßige Verzehr dieser Eier mit sich bringe. Recht hatte und hat er, wie jeder jugendliche Wadgasser, der mehr als 20 Ostereier vertilgt hat, als Zeuge bestätigen kann^^. Der Figur bekommt es - auch bei geringerem Verzehr - auf Dauer übrigens auch nicht^^.

Wo aber kommt der Brauch denn nun her? Eine Überlieferung besagt, dass ein Schuldner, der seinem Gläubiger alles zurückzahlen konnte, einem Hasen gleicht, der nun nicht mehr von den Hunden gehetzt würde.
Wobei mit Schuldnern diejenigen Bauern gemeint waren, die ihren Lehnsherren meist am Gründonnerstag Abgaben, beispielsweise in Form von Naturalien, meist Eiern, leisten mussten.

Ein Hase sitzt auf einer Wiese,
des Glaubens, niemand sähe diese.

Doch, im Besitze eines Zeißes*,
betrachtet voll gehaltnen Fleißes

vom vis-a-vis gelegnen Berg
ein Mensch den kleinen Löffelzwerg.

Ihn aber blickt hinwiederum
ein Gott von fern an, mild und stumm.

Christian Morgenstern (1871-1914)

(* Carl Zeiss, Jena)

 


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