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Sagen zur Abtei und den Abtei-Aussenstellen




Der Mönch im Hopgarten
In alter Zeit, als die Wadgasser Mönche in Ensheim waren und das Hofgut der Abtei Wadgassen bewirtschafteten, stürzte sich aus dem Mittelbau ein Mönch[56] aus dem dritten Stock herunter. Er geht noch heute im Hopgarten (Hof-garten) umher und zeigt sich am Abend vor Allerheiligen in der Zeit von 6 - 8 Uhr, während die Glocken läuten. - Kein Ensheimer wäre zu bewegen, in dieser Zeit den Garten zu betreten.

Erstveröffentlicht bei Karl Lohmeyer: Die Sagen des Saarbrücker und Birkenfelder Landes. Zweite stark erweiterte Auflage. Saarbrücken, Völklingen, Leipzig 1924 [Künftig zitiert: Lohmeyer (1924)], S. 25. Diese Sage wurde Lohmeyer 1919 von Dr. Oskar Orth aus Ensheim mündlich mitgeteilt. In der Auflage von 1935 führt Lohmeyer diese Sage erneut auf, wobei er den Schluss um zwei Sätze ergänzt. Vgl. Anhang Nr. 1, S. 139.



Der Einlass begehrende Prämonstratenser
Die Propstei Ensheim war einst eine Art Sommerresidenz für den Abt von Wadgassen. Länger als ein halbes Jahr-tausend wirkten hier die Prämonstratenser und brachten den Ort und seine Umgebung zu schöner Blüte. Die Mönche trugen ein weißes, wollenes Ordenskleid und einen weißen Hut und diese Kleidung mag sich einst recht malerisch in Ensheim ausgewirkt haben.
Bis auf den heutigen Tag hat sich unter dem Volk die Sage erhalten, dass jetzt noch der Geist des Klosters in Gestalt eines weiß gekleideten Mönches mit umgestülpter Kapuze zur Mitternachtsstunde vor die Pforte kommt, um, an dem Seil des Glöckchens ziehend, Einlass zu begehren. Nachdem ihm nicht geöffnet wird, soll er, den Kopf melancholisch schüttelnd, still und betrübt weiter wandern, um nach einigen Nächten wieder zu erscheinen.

Erstveröffentlicht bei Lohmeyer, op. cit. (1935), S. 42. Als Quelle hat er einen Zeitungsartikel benutzt: Wilhelm Otto: Erinnerungen aus Ensheims Vergangenheit. In: Saarbrücker Zeitung, 169. Jahrgang, Nr. 278, 2. Beilage vom 10. Oktober 1929. - Wiederveröffentlicht bei Lohmeyer, op. cit. (1952). Auch in der Ensheimer Ortschronik, op. cit., S. 137 f ist der Text – etwas abgewandelt – zu finden. Vgl. Anhang Nr. 6, S. 141.- In der Jubiläumsausgabe von 1978 hat Lohmeyer den Text geringfügig erweitert. Vgl. Anhang Nr. 5, S. 141. - Die bisher letzte Version findet sich – im Titel und Text verändert – bei Viktor Carl: op. cit., S. 681. Vgl. Anhang Nr. 7, S. 142.



Der unterirdische Gang nach Wadgassen

In Ensheim gab es früher eine Propstei des Klosters Wadgassen. Zu dieser Propstei gehörte ein großer Hofgarten, der mit einer hohen Mauer aus Bruchsteinen ummauert war und darin ein Klostergebäude, von dessen Keller aus ein unterirdischer Gang bis nach Wadgassen führen sollte. Dieses Klostergebäude gelangte nach dem Ende des Klosters Wadgassen während der französischen Revolution mit weiteren Gebäuden wie dem Hohen Bau später in den Besitz der aufstrebenden Firma Adt.
In den frühen 1960er Jahren wurden schließlich die Mauerreste des ehemaligen Klostergebäudes abgerissen und an gleicher Stelle ein Parkhaus der Firma Hager errichtet.

Kath. Kirchengemeinde „Maria Heimsuchung“ Wadgassen (Hg.): Prämonstratenserabtei Wadgassen, 1135 – 1792. Beiträge zur Abtei- und Ordensgeschichte. Wadgassen o. J. [= 1985]
Breinig, Hans: Unterirdische Gänge im Saarland, In: Heimatbei-lage der SZ, Jg. 2 (1950), Nr. 51 vom 05.01.1951
Hoppstädter, Kurt: Unterirdische Gänge im Saarland, In: Heimat-beilage der SZ, Jg. 2 (1950), Nr. 43 vom 15.11.1950



Die Klostermühle bei Ensheim

Zu Anfang des 15. Jahrhunderts stand am Siedelwald eine Mühle, ein Eigen des Klosters Wadgassen. Der Vormann des Pächters war gut darauf gefahren, dieser aber musste verderben. Die Sache ging so. Der Müller war einmal an seinem Weiher beschäftigt, da hört er plötzlich ein Wimmern, wie den Hilferuf eines ertrinkenden Knaben. Er zog aus dem Wasser ein wunderliches Geschöpf mit dickmächtigem, uraltem Kopfe, die Füße waren wie die einer Gans. Das verunglückte Wesen pflegte der Müller mit aller Sorgfalt im eigenen Hause. Als nun der Kleine wieder genesen, führte er seinen Erretter zu jener gefährlichen Stelle und zeigte ihm den boshaften Nix, der ihn beim Baden ins Wasser gestoßen. Dieser Unhold war ein großer, klotzaugiger Frosch, der sich eilends im Schilfe verkroch. Endlich entdeckte sich der Kleine als eines der vielen Zwerglein, welche im benachbarten Gumberberg wohnen, und war verschwunden. Seitdem aber wuchs sichtlich das Vermögen des Müllers, als grundreicher Mann zog er sich bald vom Geschäfte zurück. Sein Nachfolger aber war diesen Zwerglein nicht hold, er wollte sie vertreiben durch Gewalt oder List. Statt ihnen einmal einen schweren Stein vor eines ihrer Fuchslöcher zu wälzen, schalt er sie „Gänsfüßler!“ und gab dem Stein einen Stoß, daß er den Berg hinabfuhr wie weit. Die Zwerglein schwuren ihm ewige Rache – und von der Stunde an war Glück und Segen von seinem Haushalt gewichen. – Er mußte die Mühle verlassen.

Erstveröffentlicht bei Ludwig Schandein: Volkssage. In: Bavaria. München 1867, S. 335 f. Seine Quelle nennt Schandein nicht. – Weitere Veröffentlichungen, teils unter anderem Titel, mit veränderten Texten, bei Hebel, op. cit. (1912), S. 55 f – vgl. Anhang Nr. 9, S. 143;



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