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Werbeln vom Lattersberg aus gesehen; Stand 2008


Wappen der Großgemeinde Wadgassen




Werbeln



Werbeln ist ein Ortsteil der Gemeinde Wadgassen im Landkreis Saarlouis (Saarland). Die älteste bekannte Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1214. Werbeln liegt am Flüsschen , einem linken Zufluss der Saar. Der Name Werbeln geht auf die charakteristischen Wirbel in der Bist zurück. Einen mehr als interessanten und umfassenden Einblick in die Gemeindeteilgeschichte vermittelt der am 13. September 2014 eingeweihte Rundwanderweg, der „Werbelner-Geschichte-Weg“. Dieser umfasst als Stationen alle historisch interessanten Stellen Werbelns bzw. gibt an den Stellen Auskunft über die jeweilige historische Stelle. Diese sind: Schäferei, Bistkanal, Galgenberg, Hofgut, Werbelner Gedicht, Sägemühle, Glashütte, Quallenborn, Mohrengerät, Hunau, Grenzsteine aus dem Jahr 1769, Flurkreuz, Kelten, Römerweg, Hardt, Kapellerheck, Kohleschacht.


Quellausschnitte zu Werbeln


800 Jahre Werbeln, Feier



In Werbeln fand im Rahmen der 800 – Jahr Feier des Ortes eine dreitägige Festveranstaltung (12./13./14. September 2014) statt.

Eine Geschichte herausgegriffen: Jolles

Was ist die Alte Hochzeit?
Für uns, die Familie vom alten Jolle, ist das die Diamantene Hochzeit von Johann Schirra und seiner Frau Anna, geborene Kermann am 29. November 1953. Geheiratet hatten sie im Jahr 1893. Das nachfolgende Bild zeigt sie umgeben von ihren Kindern , Enkelkindern und Verwandten bei ihrer Goldenen Hochzeit. So sollte auch die Diamantene Hochzeit 10 Jahre später gefeiert werden. Die Festtafel im Gasthaus Schulzik war hergerichtet und die Messe bestellt. Doch es kam anders: Anna starb in der Nacht vor der großen Feier. Das war ein großes Unglück, das Fest fiel aus. Wir wollen die Alte Hochzeit jetzt mit unserer eigenen Musik mit euch nachfeiern. Freut euch also mit uns, das Fest zum Anlass der 800 Jahre Feier Werbelns wieder aufleben zu lassen.

Wer war der alte Jolle?
Johann Schirra wurde am 13. Februar 1869 in Püttlingen geboren. Wegen seines kleinen Wuchses wurde er Johannle gerufen, woraus im Lauf der Jahre „Jolle“ wurde. Auf der Wadgasser Glashütte hat er als Glasmacher gearbeitet, nach der Pensionierung als Ortsdiener und Feldhüter in Werbeln. Und als Musiker war er in den Dörfern der Umgebung und sogar bis nach Lothringen bekannt. Seine Frau Anna, geboren am 8. Juli 1874, hat die Kinder versorgt und sich um Garten und Stalltiere gekümmert. 9 Kinder hatte sie großzuziehen, 7 Töchter und 2 Söhne. Jolle wurde fast 100 Jahre alt. Zu seinem 94. Geburtstag schrieb die Saarbrücker Zeitung von 21 Enkeln und 25 Urenkeln. Die Familie war bis auf wenige Ausnahmen ansässig auf der Hardt. (Dietmar Mense)

PDFs: Infoblatt Jolles | Umzugsaufstellung

Umzugsgruppen mit historischem Bezug

Dabei zeitlich ungeordnet, gem. dem ersten Aufstellungsblatt des Festausschusses:
Die Miller (1791)
Römer (50 v. Chr. bis 400 n. Christus)
Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara 1953 Werbeln
Abtei Wadgassen (1135 bis 1792)
Hans Mohr (1648)
Glashütte Werbeln (1688 bis 1729)
Die Bauersleut vom Werbelner Hof
Sägemühle
Jollé’s (1925)
Schäferei
Erwin und Ida, erste Einwohner von Werbeln (1214)
Eisenbahn Biesttal (1870)
Köhler und Patschenbrenner (18. Jahrhundert)
Frühes Mittelalter bis Renaissance

Umzug zur 800-Jahr-Feier des Gemeindeteils Werbeln - Bilder online in Galerie 1 (221 Bilder) und Galerie 2 (100 Bilder). 300+ Bilder für eine Galerie war etwas heftig.



Geschichte Werbelns im Abriss



vor 1214
Gebäudefragmente, behauene Steine lassen darauf schließen, dass eine kleinere römische Siedlung im Gebiet des heutigen Werbelns bestand

1214
Erwähnung Werbelns in der Schenkungsurkunde an die Wadgasser Abtei

1375
Offizielle Aufnahme des Ortes in die klösterl. Verwaltung der Abtei Wadegotia. Fast das gesamt Werbelner Gebiet gehört mittlerweile dazu.

1385
Die klösterl. Verwaltung verzeichnet Einkünfte aus einer Schäferei in Werbeln.

1553
Requirierungen/Plünderungen durch Truppenteile Karls V. im gesamten Einzugsgebiet der Abtei, so auch Werbeln

1571
Niederl. Aufständische überfallen das Abteigebiet und plündern. Verloren gehen neben Wertsachen auch viele Kunstwerke.

5.12.1571
Abt Seyfried stirbt und als sein Nachfolger wird der Werbelner Adam Werbel benannt.

1625 – 1627
Zeit der „Kratzischen Völker“, Beiname des kaiserlischen Regiments Kratz, im Zuge des Dreißigjährigen Krieges. Geprägt durch deren Willkür und Schädigung der Dorfgemeinschaften. Ab 1635 gehen Anbau und Viehzucht massiv zurück, da die Plünderungen überhand nehmen, Hungersnöte und Seuchen kommen dazu. Bevölkerungsstand sinkt massiv.

1648 - 1668/9
Abt Philipp Gretsch schildert die verheerende Situation und erwähnt den Menschenfresser Hans. Durch diesen schriftlichen Beleg wird die mündliche Überlieferung des Menschenfressers Hans Mohr bestätigt. Am Ende des Krieges hat das ursprüngliche Werbeln aufgehört zu existieren. Eine Wiederbelebung erfolgte ab Ende 1668, Anfang 1669 durch Christian Bartz, der als Tiroler Holzfachkraft, die Errichtung einer Sägemühle am Standort Werbeln anregte, da dort als ehemaligen Mühlengebiet und einem dichten Waldgebiet ideale Voraussetzungen vorlagen. Nach einer einjährigen Bauarbeit nimmt die Sägemühle ihre Arbeit auf.

1684
Der Bau der Glashütte in Werbeln, somit der ersten Cristallerie auf Wadgasser Bann, wird durch Pierre Liot, hugenottischer Kaufmann aus dem nahen Ludweiler, in Zusammenarbeit mit der Abtei angegangen. Gegen 1687/8 sind die Errichtung der Gebäude fertiggestellt und die lothringischen Glasmachen nehmen den Betrieb auf. Die Glashütte arbeitet von da an bis ca. 1720.


1790
Sägemühle wird durch ein Feuer zerstört. Nach dem Wiederaufbau wird die Mühle als Getreidemühle genutzt.

1792
Französische Revolution erreicht auch Wadgassen/Werbeln. Flucht der Chorherren im September.

1815
2. Pariser Frieden, Saargebiet kommt in Großteilen an das Kgr. Preußen. Angliederung von Friedrichweiler, Hostenbach, Schaffhausen, Wadgassen und Werbeln an die Bürgermeisterei Differten.

Immer mehr Werbelner arbeitern nicht mehr primär auf dem Land, sondern in der Hostenbacher Grube als Bergarbeiter.

1861
Werbeln erhält das Gemeinderecht und wird selbstständig.

1877/8
Während des Baus der Bistalbahn (noch kein offizieller Name!) durch Werbeln wird auf Höhe der ehemaligen Schäferei ein aus der Römerzeit stammender Brunnen freigelegt. Am 1.4.1880 wird die damals einspurige Trassenführung für den Güterverkehr, am 1.7.1883 für den Personenverkehr eröffnet.

1888
Erste Schule in Werbeln öffnet unter dem Lehrer Meeß.

1919
Kohleförderung im Werbelner Schacht nimmt am 10. November die Produktion auf, dort arbeiten 200-300 Kumpels. 1932 wird der Werblner Schacht als Teil der Grube Hostenbach ebenfalls geschlossen.

1923
Grundsteinlegung der Pfarrkirche Werbeln am 17. Juni. Die Baugenehmigung trifft übrigens erst knapp ein Jahr später ein. Die Fertigstellung am 15. Juni 1924 darf somit zeitlich nicht verwundern.

1924
Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Werbeln

1928
Am 6. Mai wird der Werbelner Friedhof eingeweiht

1936
Werbeln bekommt einen eigenen kleinen Bahnhof. Bei den Arbeiten entdeckt man ein aus der Römerzeit stammendes Grab. Dort werden ein Schwert, Opferschalen und Münzen gefunden.

1938
Expositursstatus von Werbeln und somit eigener Pfarreibezirk. Zuständig ist Kaplan Josef Karl Manderscheid.

1939
Evakuierung des Gebietes im September

1944
Evakuierung

1954
Am 30. Juli beginnen die Arbeiten an der neuen Schule und am 19. Dezember erfolgt die Einweihung der Marienkapelle.
Die Bauarbeiten für eine neue, vierklassige Volksschule beginnen.

1956
Bei Schachtarbeiten in der Ludweilerstraße 12 werden Fundament und Ziegelfragemente aus der Römerzeit entdeckt.

um 1960
Elektrifizierung der Bahnstrecke

1974
Gebiets- und Verwaltungsreform

1992
Personenbeförderung auf der Bahn wird eingestellt. Güterzüge gibt es immer noch.


Daher kommt der Name Werbeln!








Tourausschnitte, die Werbeln betreffen

Auf den Gleisen nach Werbeln

Und dann doch abgebogen - das Feuchtgebiet an der Bist erkundend

Und dann Werbeln und Bist in Werbeln erkundet.

Und weiter ging es auf den Gleisen zwischen Werbeln und Differten.

Von Differten zurück nach Werbeln...



Wappen



siehe auch:

 


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