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Die Schweine der Cristallerie





Diese kleinen Glasfiguren gehörten zu den besonders charmanten Erzeugnissen aus dem Umfeld der Wadgasser Glasmacher. Die Schweinchen beziehungsweise Ferkel entstanden jedoch nicht als reguläre Verkaufsartikel von Villeroy & Boch. Vielmehr wurden sie von den Glasbläsern häufig bei Vorführungen oder auf Wunsch direkt vor Ort angefertigt. Gerade dabei konnten die Besucher erleben, mit welcher erstaunlichen Geschwindigkeit und handwerklichen Sicherheit ein erfahrener Glasbläser aus der heißen, zähflüssigen Glasmasse innerhalb kürzester Zeit eine kleine Tierfigur formen konnte.

Solche Stücke lassen sich daher eher als sogenannte Werks- oder Hüttenarbeiten einordnen: Gegenstände, die außerhalb der eigentlichen Serienproduktion von den Beschäftigten einer Glashütte hergestellt wurden. Sie konnten als Erinnerungsstücke, kleine Geschenke oder Demonstrationsobjekte entstehen und dokumentieren zugleich die individuellen Fähigkeiten der Glasmacher. Ihr besonderer Reiz liegt gerade darin, dass es sich nicht um industriell vereinheitlichte Serienprodukte handelt. Unterschiede in Form, Größe und Ausführung gehören deshalb zum Charakter dieser Stücke.

Neben den beliebten Schweinchen entstanden auf diese Weise auch andere Tierfiguren aus Glas. Heute sind solche Arbeiten interessante Zeugnisse der Arbeits- und Alltagskultur der ehemaligen Cristallerie Wadgassen: Sie zeigen eine Seite der Glasherstellung, die jenseits des offiziellen Villeroy-&-Boch-Sortiments lag und unmittelbar mit den Menschen und ihrem handwerklichen Können in der Glashütte verbunden war.

Mehrere dieser gläsernen Schweinchen und weitere Tierfiguren befinden sich heute in den Wadgasser Ausstellern und haben sich damit als kleine, aber anschauliche Zeugnisse der Wadgasser Glasmachertradition erhalten.

 

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